Die 4 Tage Woche wird in der Schweiz intensiv diskutiert. Ein Pilotprojekt, das Ende 2024 startete, soll Aufschluss darüber geben, wie sich die reduzierte Arbeitszeit auf die Mitarbeitenden auswirkt und ob das Modell zukunftsfähig ist. Ausländische Tests und Studien haben bereits positive Effekte gebracht. Funktioniert das Modell in der Schweiz ebenso gut?
Das Wichtigste vorab:
- Die 4 Tage Woche Schweiz bedeutet meist eine Komprimierung von 42 Stunden auf vier Tage. Alternativ ist eine verkürzte Wochenarbeitszeit bei vollem Lohn denkbar.
- Vorteile: Internationale Studien zeigen positive Einflüsse auf die Produktivität.
- Die 4 Tage Woche Nachteile: Belastungsspitzen und Koordinationsaufwand.
- Lösungen: Flexible Modelle mit transparenter Zeiterfassung und klarer Steuerung.
Streben auch Sie eine 4 Tage Woche an? Dann setzen Sie am besten auf die digitalen Lösungen von Kelio für eine notwendige und sichere Datengrundlage.
42 Stunden pro Woche: Was bedeutet die 4 Tage Woche unter Schweizer Bedingungen?
Komprimierung auf vier Tage mit unveränderter Wochenarbeitszeit
Ein Modell sieht eine verkürzte Arbeitswoche bei einer Umverteilung der Arbeitsleistung vor. Dabei wird die Arbeitszeit von 42 Stunden wöchentlich beibehalten, jedoch in einer 4 Tage Woche erledigt. Dies ist das bevorzugte Arbeitsmodell der 4 Tage Woche in der Schweiz.
Reduktion auf 32 Stunden bei vollem oder angepasstem Lohn
Eine weitere Option ist die Reduzierung der Arbeitszeit entweder bei vollem Lohn oder einer Lohnkürzung. Solche Modelle kommen beispielsweise in Frankreich oder Island zur Anwendung.
Rechtliche Rahmenbedingungen in der Schweiz
Eine 4 Tage Woche ist theoretisch möglich. Dabei müssen dennoch die Vorgaben des Arbeitsgesetzes (ArG) hinsichtlich Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten eingehalten werden.
Strategischer Schachzug zur Mitarbeitergewinnung
Jüngere Generationen legen hohen Wert auf eine Work-Life-Balance. Sie bewerben sich eher in Unternehmen mit einer 4 Tage Woche.
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Produktivität vs. Belastung: Was zeigen internationale Studien?
Island war weltweit Vorreiter für Pilotprojekte, es folgten weitere Länder wie Schweden, Belgien, Grossbritannien, Deutschland und andere. Sie beobachteten unter anderem eine stabile oder erhöhte Produktivität sowie eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit.
Beispiele
- In Island waren die Mitarbeiter gesünder und produktiver. Stress und Burnout gingen stark zurück.
- In Grossbritannien waren die Mitarbeitenden nicht nur produktiver und 2/3 weniger krank, auch die Zahl der Kündigungen nahm um über die Hälfte ab. Zudem stiegen die Firmenumsätze deutlich an.
- In Portugal gelang es den Arbeitnehmern deutlich besser, Berufs- und Familienleben unter einen Hut zu bringen. 93% der Angestellten wollten nach dem Testlauf die 4 Tage Woche weiterführen. Unternehmen berichteten von einem Profitanstieg von rund 12% im Vergleich zum Vorjahr.
- Die in Schweden untersuchte 4 Tage Woche ist das bekannteste Referenzmodell. Hier waren die Mitarbeitenden zufriedener und der Umsatz besser.
Beobachtete Effekte der 4 Tage Woche im Überblick
Folgende wichtige Daten kristallisierten sich heraus:
- Die Produktivitätseffekte hängen stark von Branche und Finanzierung ab.
- Die Fluktuation sinkt.
- Fehlzeiten durch Krankheit gehen stark zurück.
- Die Produktivität sowie der Umsatz nehmen deutlich zu.
- Die Mitarbeitenden sind zufriedener.
Welche Risiken entstehen bei 42 Stunden auf 4 Tage verteilt?
Dies führt zu einem 10- bis 11-stündigen Arbeitstag, der gewisse Probleme mit sich bringt.
4 Tage Woche Nachteile :
- Physische und mentale Ermüdung
- Qualität der Arbeitsleistung nimmt ab
- Auswirkungen auf Führung und Erreichbarkeit: Gefahr der Überlastung
- Verlagerung der Belastung: Arbeit wird verdichtet statt reduziert
- Rebound-Effekt bei Überstunden: gleichbleibende Ziele führen zu Überstunden anstelle von Entlastung
4 Tage Woche: Testlauf in der Schweiz
Verschiedene Unternehmen testen die 4 Tage Woche in der Schweiz. Das Institut New Work (INW) hat 2024/25 mit dem BFH sowie der Veit Hailperin Unternehmensberatung eine Pilotstudie[1] zur 4 Tage Woche durchgeführt.
Zu den positiven Effekten, die beobachtet wurden, gehörte die Gewinnung und Bindung von Fachkräften und die Bereitschaft von Teilzeitangestellten, ihr Arbeitspensum auf Vollzeit (34 bis 36 Stunden im Modell) zu erhöhen.
Neben der höheren Mitarbeiterzufriedenheit stellte sich aber auch ein erhöhter Koordinationsbedarf heraus. Eine Prozessoptimierung und vermehrte Digitalisierung ist wichtig für die Kostenkontrolle, besonders bei Unternehmen mit geringen Margen.
Strategische Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung
Unternehmen, die die 4 Tage Woche einführen wollen, müssen vorab wichtige strategische Ziele definieren und festlegen:
- Klare Zieldefinition auf Geschäftsleitungsebene
- Messbare Produktivitätsindikatoren
- Transparente Arbeitszeiterfassung
- Steuerung von Überstunden und Belastung
- Rechtliche und operative Absicherung
Achten Sie dabei vor allem auf mögliche Risiken :
- Ohne digitale Erfassung gibt es keine Transparenz über die effektive Arbeitszeit.
- Ungleichverteilung von Belastungen im Team sind zu vermeiden!
- Verschiedene Arbeitszeitmodelle können eine komplexe Koordination erfordern.
- Wichtig: Nur belastbare Daten zeigen die Wirksamkeit der 4 Tage Woche.
Digitale Arbeitszeiterfassung als Grundlage flexibler Arbeitszeitmodelle
Setzen Sie bei der Einführung der 4 Tage Woche auf eine gute Datenbasis. Digitale Systeme mit automatischen Prüfungen liefern eine übersichtliche Echtzeit-Transparenz aller wichtigen Zahlen und helfen bei der Überwachung von Belastung und Produktivität. Die zentrale Einsatzplanung beim Arbeitsmodell 4 Tage Woche lässt sich flexibel und rechtssicher gestalten.
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